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Deutschland ist meine Heimat
Doku über abschiebebedrohte jugendliche Flüchtlinge
45 Min., freigegeben ab 12 Jahren. Kaufpreis 30,– €, Ausleihe 10,– €, Preis V & Ö 50,– €
Infos zu Kauf, Ausleihe und Lizenzarten
Die 45minütige Videodokumentation wurde von den
jungen Flüchtlingen unter Anleitung eines Medienpädagogen als Selbstportrait ihrer
schwierigen, von Abschiebung bedrohten Lebenssituation im Frühjahr 2004 in Schwelm produziert.
Neben den Familienmitgliedern kommen auch ihre Lehrer und ihr Rechtsanwalt in von ihnen selbst geführten Interviews zu Worte.
Im April reiste der Medienpädagoge für einige Tage zu abgeschobenen Familienmitgliedern in
der Türkei, um deren trostlose Situation in dem für sie fremden Land zu portraitieren, welches sie auch nicht als Bürger anerkennt.
Die Jugendlichen sind vor 12 bis 15 Jahren als Kinder mit ihren Eltern nach Deutschland
gekommen und leben seitdem in Bochum, Schwelm und Gevelsberg. Sie kamen damals aus den kurdischen
Gebieten und flohen vor dem Bürgerkrieg im Libanon.
Da ihren Eltern vorgeworfen wird, bei ihrer Einreise nach Deutschland falsche Angaben über
ihre Nationalität gemacht zu haben, sollen die Familien jetzt in die Türkei abgeschoben werden.
Obwohl sie seit bis zu 15 Jahren in Deutschland leben und einige von ihnen die deutsche
Staatsangehörigkeit, Ausbildungsabschlüsse und Arbeitsplätze hatten, ist ihre Zukunft nun wieder völlig ungewiss.
Zwischen 10.000 und 50.000 Personen sind in ganz Deutschland von dem selben Problem bedroht. Die Familien kamen als Flüchtlinge
vor dem libanesischen Bürgerkrieg Anfang der 90er Jahre aus der türkisch-kurdischen Region um Mardin nahe der libanesischen Grenze. Bei ihrer Einwanderung nach Deutschland verschwiegen die Eltern ihren zeitweiligen Aufenthalt in der Türkei, weil sonst ihr Asylgesuch sofort abgelehnt worden wäre.
Die Kinder gingen dann in deutsche Kindergärten und Schulen, absolvierten Ausbildungen zum Beispiel als Arzthelferin oder bei der
Post, arbeiteten hier und bekamen zum Teil hier in Deutschland geborene Kinder. Viele von ihnen erhielten vor Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit. Mit allen Rechten fühlen sich die heute Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht mehr als Ausländer sondern als Deutsche.
Bilal erzählt von der unerwarteten Hausdurchsuchung durch die Polizei, die vor 2 Jahren der Anfang des Leidensweges war. Die Eltern
mussten zum Verhör mitkommen, ihnen wurde vorgeworfen, in Wirklichkeit nicht Libanesen zu sein, wie sie es bei der Einwanderung angegeben hatten, sondern türkische Staatsbürger. Die Jugendlichen sagen heute, dass sie nicht wissen, ob ihre Eltern bei der Einreise gelogen haben oder ob es stimmt, dass sie Libanesen sind. Die Eltern hätten ihnen immer gesagt, dass die Familien in 2 Ländern gelebt haben. Sie wollen nicht heute bestraft werden wegen ihrer Eltern.
Die arabischen Namen mussten die Jugendlichen nun zwangsweise in türkische umwandeln, sie verloren ihre deutsche Staatsbürgerschaft.
In den neuen Papieren stehen jetzt andere Geburtsdaten, sie verloren ihre Arbeitserlaubnis.
Die Abschiebung wurde ihnen angedroht.
Einige Familien wurden auch schon abgeschoben: Ein Jugendlicher erzählt, wie er mit ansehen musste, wie vor 2 Jahren frühmorgens der Vater von einem Polizeikommando aus dem Bett geholt und in Handschellen gelegt wurde. Während die Kinder von der Polizei in ein anderes Zimmer gesperrt wurden, wurde der Vater sofort zum Flughafen transportiert und in die Türkei abgeschoben. Da seine türkische Staatsangehörigkeit dort aber nicht akzeptiert wurde, reiste er wieder nach Deutschland und stellte einen neuen Asylantrag.
Vor 2 Jahren wurden auch schon Familienmitglieder wie die 26jährige Fediye mit ihren Eltern und ihren in Deutschland geborenen Kinder und die 16jährige Samira abgeschoben. Beide erzählen im türkischen Mersin, wo sie sich zur Zeit aufhalten, ihre perspektivenlose Geschichte. In Deutschland nicht gewollt, werden sie auch in der Türkei nicht als (gleichwertige) Staatsbürger von den Behörden akzeptiert. Ohne Arbeit, ohne Schule, ohne ärztliche Versorgung, ohne Geld leben sie mit 13 Familienangehörigen in einer kleinen 3-Zimmerwohnung.
In Deutschland aufgewachsen verstehen sie die türkische Sprache auch nicht und fühlen sich als Deutsche und damit als Fremde in der Türkei.
Ungerecht finden die Jugendlichen, dass sie für die Fehler ihrer Eltern
nun haftbar gemacht werden und hierfür leiden müssen. Sie wollen als Deutsche in Deutschland leben, fühlten sich voll integriert
und konnten ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Sie waren keine Last für Deutschland, sagen die Jugendlichen,
die heute »auf gepackten Koffern« ohne Perspektive verunsichert auf ihre Abschiebung warten müssen.
45 Min., freigegeben ab 12 Jahren. Kaufpreis 30,– €, Ausleihe 10,– €, Preis V & Ö 50,– €
Infos zu Kauf, Ausleihe und Lizenzarten
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